Boddengew├Ąsser und Hansesail 2019

Autor: Peter Herbst (Bernburg)

Der Decke Pitter

An einem Samstag Anfang August trafen sich 15 Ruderer aus verschiedenen Gegenden der Republik, um gemeinsam im Kirchboot entlang und auf der Ostsee zu rudern. Zun├Ąchst wurde im Wolgaster POSTEL Quartier bezogen.

Postel in Wolgast

Postel deshalb, weil es sich um ein fr├╝heres Postgeb├Ąude handelt, dass zu einer empfehlenswerten Herberge ausgebaut worden ist. (sehr freundliches Personal und klasse Fr├╝hst├╝ck)

04.08 Peenestrom bis Wolgast

Sonntags wurde dann per Auto nach Anklam gefahren und bei strahlendem Sonnenschein im ├Ârtlichen Ruderclub das Kirchboot zu Wasser gelassen. 

Zu Wasser in Anklam

Nachdem sich die Besatzung ÔÇ×sortiertÔÇť hatte, begann die erste Etappe der Tour mit Ziel Wolgast auf der Peene, die nach etlichen Kilometern in den Peenestrom ├╝berging.
Die Peene ist ein K├╝stenfluss in Mecklenburg-Vorpommern und besteht aus mehreren sternf├Ârmig zusammenlaufenden Fl├╝sschen, die aber alle das Wort Peene im Namen tragen. (kommt aus dem Slawischen: Pena, wie der schaumige Fluss)
Der Peenestrom ist ein Meeresarm der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern, der die Insel Usedom vom Festland trennt. Er ist etwas ├╝ber 20 Kilometer lang.
Die Besatzung war gut drauf, so dass es mit teilweise gutem Schiebewind ordentlich vorw├Ąrts ging.

Faules rumgesitze

So ein Kirchboot l├Ąuft auch meist recht ordentlich. ÔÇ×Decke PitterÔÇť geh├Ârt dem K├Âlner TPSK.
Zum Mittag gab es ein Picknick in dem kleinen Sportboothafen Rankwitz, dessen Betreiber ├╝ber unsere Anwesenheit nicht sehr erfreut war. (kein Umsatz)

Endlose Weite vor Wolgast

Am Nachmittag erreichten wir Wolgast.
Man sieht die Kr├Ąne der Peenewerft meilenweit vorher, n├Ąhert sich ihnen aber nur sehr langsam.
Nach dem Unterqueren der Peenebr├╝cke legten wir am Steg des Wolgaster Ruderclubs an und vert├Ąuten Decke Pitter f├╝r die Nacht.
Unser Quartier war wieder das schon erw├Ąhnte POSTEL.
Vorher gab es jedoch im ÔÇ×SpeicherÔÇť noch ein ordentliches Abendessen.

05.08 Greifswalder Bodden bis Greifswald

Der Montagmorgen, wieder mit ordentlich Sonne, sah die Besatzung zeitig an Bord des Bootes.
Ziel war die alte Hansestadt Greifswald.
Erstmal wieder rudern, rudern, rudern und auch ein Wenig segeln.
Auf der H├Âhe von Peenem├╝nde unternahmen wir einen kurzen Abstecher in den Hafen, heute zum Teil Museum und zum anderen Teil Yachthafen.

Uboot in Peenem├╝nde

Zu Zeiten des Dritten Reiches wurde an dieser Stelle an Raketentriebwerken geforscht und entwickelt, sp├Ąter nutzte die NVA Gel├Ąnde und Anlagen hinter strenger Absperrung.
Nach Peenem├╝nde ├Âffnete sich das Gel├Ąnde und es ging gef├╝hlt schon auf das gro├če Wasser.
Steuerbord vor uns lagen der Ruden (Vogelschutzinsel), etwas weiter s├╝dlich die Greifswalder Oie und n├Ârdlich die Insel R├╝gen.
Hier im sogenannten Achterwasser, dem Greifswalder Bodden, gab es sehr viele Sandb├Ąnke und andere Untiefen, die umfahren werden mussten. Dazu geh├Ârten auch die nunmehr aufgegebenen und verschlossenen Sch├Ąchte von ├ľl- und Gas-Bohrungen aus DDR-Zeiten.
Immer wenn der Blick nach Backbord ging, war das ehemalige Kernkraftwerk Lubmin zu sehen.
Der R├╝ckbau dieser Anlagen wird in den kommenden Jahrzehnten noch Milliarden kosten.
Jedoch wurde auch diese Etappe geschafft und am Strand hinter der Seebr├╝cke von Lubmin gab es wieder ein z├╝nftiges Picknick.
Weiter entlang der K├╝ste und dann circa f├╝nf Kilometer das Fl├╝sschen Ryk hinauf, f├╝hrte unsere Fahrt zum Ruderclub Hilda, wo wir schon erwartet wurden.

Am Steg bei Hilda in Greifswald

Der Ryk war fr├╝her die Lebensader zum Meer f├╝r Greifswald. Heute dient er zu beiden Seiten vornehmlich der Anbindung von Luxusg├╝tern aller Art, mit und ohne Segel.
Decke Pitter vert├Ąut, Sturzbier getrunken und auf zur Schattenseite des Wanderruderns, dem Wandern.
Der Weg zur ├Ârtlichen Jugendherberge zog sich ordentlich in die L├Ąnge. Unsere Einkehr zu einem leckeren Abendessen milderte die Wanderei etwas ab.
Die Herberge selbst war ganz in Ordnung, man sollte vielleicht nicht dienstags dort Fr├╝hst├╝cken, da ist Veggy-Day und mit Hasilein ist auch nicht zu spa├čen.

06.08 Strelasund bis Stralsund

Der Dienstag fand uns dann prompt beim Rudern.

Klappbr├╝cke am Ryk

Den Ryk wieder runter, an der Insel Koos und der Insel Riems vorbei ruderten wir straff auf Stahlbrode zu. Letzterer Ort ist F├Ąhrort zur Insel R├╝gen nach Glewitz.
Man sollte sich die Geschichte der Riems mal im Netz anschauen
Wir ruderten in Richtung Nord-West und hatten ordentlichen Westwind mit dementsprechenden Wellen von der Seite.
Kurz vor der Einfahrt in den Hafen mussten wir noch das Einlaufen einer F├Ąhre abwarten und dabei ein heftiges Gewitter ├╝ber uns ergehen lassen.
Es passte alles zusammen: Stahlgrauer Himmel mit Gewitterwolken, heftiger Wind und sintflutartiger Regen.
Was einen Ruderer aber nicht umbringt ÔÇŽ usw. usw.
Dann im Hafen h├Ârte der Regen auf, es gab ordentliche Toiletten und der kleine Fischimbiss mit k├Âstlichen Fischbr├Âtchen lie├č die Stimmung gleich wieder steigen. Auch die Bedienung war in Sachen Freundlichkeit spitze.
Die Weiterfahrt Richtung Stralsund verlief danach problemlos.
Das Stadtbild mit den alten eindrucksvollen Bauten, der vorgelagerten Ziegelgrabenbr├╝cke und der neuen R├╝genbr├╝cke ist immer wieder beeindruckend.
Unser Standquartier f├╝r drei N├Ąchte war der Stralsunder Ruderclub, Decke Pitter bekam einen Platz im Hafen.
Zusammenfassend f├╝r diese Zeit kann man sagen, dass alle Teilnehmer Abend f├╝r Abend aus der nahen Stadt mit zufriedenen Gesichtern und vollen B├Ąuchen zur├╝ckkehrten.

Vor Stralsund

Die alte Hansestadt Stralsund ist heute richtig wieder eine Reise wert.

07.08 Ausfahrt nach Hiddensee

Fest eingeplant war auch ein Besuch der Insel Hiddensee. Daf├╝r war der Mittwoch da.
├ťber den Strelasund gibt es zwei Wege nach Hiddensee. Einer f├╝hrt an Barh├Âft vorbei ├╝ber die Ostsee an den Strand und der andere Weg geht ├╝ber namentlich verschiedene Boddengew├Ąsser nach Neuendorf, Vitte oder Kloster.
Weniger gute Wetterberichte und Windvorhersagen lie├čen uns den Weg ├╝ber den Bodden w├Ąhlen.
Da der Insel Hiddensee ein umfangreiches Naturschutzgebiet mit Flachwasserzone auf der Boddenseite vorgelagert ist, war eine weite Umfahrung notwendig. Die Tonne 43 als Abzweigpunkt hat schon fast einen legend├Ąren Ruf.
In ihrer N├Ąhe wurde dann auch kurz Pause gemacht. Es sieht immer lustig aus, wenn die Mannschaft in nicht mal knietiefem Wasser aussteigt und nebenher in der Fahrrinne Schiffe vorbeifahren.

Vor Hiddensee - Tonne 43

Weitere H├Âhepunkte waren die Fischbr├Âtchen auf der Insel und der Regen auf der R├╝ckfahrt.
Es gibt aber nicht nur stupides Rudern, sondern auch sehr sch├Âne Pausen zwischendurch. Das macht dann mit einer tollen Besatzung besonders Spa├č.

08.08 Schapproder und Barther Bodden bis Barth

Der Folgetag lie├č uns des ├ľfteren an die sch├Ânen Pausen denken. Vom Start in Stralsund bis nach Barh├Âft war mit teilweise Schiebewind und Sonne noch alles bestens. Nach dem Mittag zeigten sich dann aber dunkle Gewitterwolken am Himmel von denen wir noch ordentlich was abbekommen sollten. In einem Schutzhafen, den wir w├Ąhrend des Gewitters aufsuchten, gab es zu allem ├ťberfluss auch noch unz├Ąhlige M├╝cken.

Flucht vor dem Gewitter

Dann frischte auch der Wind auf. (laut Insider auf gute 5) Quer zur Welle ging auch mit dem Kirchboot nichts.
Nach angestrengtem Rudern 90 Minuten ohne Pause fanden wir etwas Schutz unter Land f├╝r eine Pause. Dabei waren wir aber auf eine Sandbank geraten. Die Befreiung davon gelang, ein Teilnehmer bekam aber ein unfreiwilliges Vollbad dabei.

Unfreiwilliges Bad

Der Regen hatte sich dann verzogen, nur der Wind versuchte uns von Barth fern zu halten.
Bei sch├Ânem Sonnenschein erreichten wir ├╝ber den Barther Bodden dann doch die Stadt gleichen Namens gegen├╝ber dem Dar├č.

09.08 Saaler Bodden und Umsetzen nach Rostock

Der Freitag f├╝hrte uns von Barth in Richtung Ribnitz-Damgarten. Wir hatten eine recht ruhige Fahrt auf dem Barther Bodden unter der Meiningen Br├╝cke hindurch in den Bodstedter Boden. Am fr├╝hen Nachmittag erreichten wir dann den kleinen Ort Neuendorf im Saaler Bodden. Dart konnten wir Decke Pitter gut aus dem Wasser slippen und zum Transport nach Rostock vorbereiten.

Neuendorfer Hafen

Per Auto ging es in die Hansestadt, im Ruderklub an der Warnow gab es f├╝r uns und Quartier und f├╝r das Kirchboot einen Platz am Steg davor.

10.08. Hansesail Rostock

Der Samstag hielt ein beeindruckendes Erlebnis bereit.
Bei Sonnenschein und leichtem Wind legten wir vom Steg ab und legten uns Mitte Strom in die Warnow. Am Westufer lagen die Windjammer wie an einer Perlenschnur aufgereiht.
Gemeinsam warteten alle darauf, dass um 10 Uhr die Kanoniere am Ostufer mit B├Âllersch├╝ssen die gro├če Ausfahrt Richtung Warnem├╝nde er├Âffneten.
Im Hafengebiet fuhren die Gro├čsegler mit Motorkraft. Wir konnten die Geschwindigkeit mit unserem Kirchboot ganz gut halten, kamen uns aber zu den gro├čen P├Âtten sehr,
klein vor.
Unsere Fahrt ging ├╝ber Warnow und Breitling hinaus nach Warnem├╝nde und dort auf die offene See.
Die Segler setzten beim Verlassen der Hafenzone windabh├Ąngig ihre Segel und machten auf der Ostsee eine gr├Â├čere Runde.
Nach ausgiebigem Fotografieren zogen wir uns mit unserem kleinen Boot hinter die sch├╝tzende Mole zur├╝ck, um im Alten Strom Mittagspause zu machen.

HanseSail - Ostsee

HanseSail - Ostsee

ei der R├╝ckfahrt zum Ruderclub konnten wir dann die Windjammer beim Einlaufen in den Hafen bewundern. Eine Fregatte der Bundeswehr rundete das imposante Bild ab.
Als Abschluss ruderten wir die westliche Stadtgrenze ab, wo ein gro├čes Volksfest stattfand und auch noch einige historische Schiffe vert├Ąut lagen.
Abends gab es im Ruderclub f├╝r den Magen Leckeres vom Grill, f├╝r die Ohren Musikfetzen von gegen├╝ber und f├╝r die Augen das bunte Treiben beim Volksfest an der Warnow.

Damit endet unsere Rudertour nach einer wundersch├Ânen Woche mit vielen Erlebnissen und Eindr├╝cken.
Norbert und Nicole haben die Fahrt ganz toll geplant und organisiert.
Ein dickes Dankesch├Ân daf├╝r!

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Letzte Änderung: 27.08.2019